Ratgeber

Glas oder Hohlkammerplatten? Verglasung und Winterschutz

ESG, Blankglas oder Hohlkammerplatten: Licht, Dämmung, Gewicht und Hagel im Vergleich, die richtige Plattenstärke und Winterschutz mit Luftpolsterfolie.

Redaktion von Beste Gewächshaus Veröffentlicht am
Glas oder Hohlkammerplatten? Verglasung und Winterschutz

Für wen ist dieser Ratgeber?

Wer ein Gewächshaus kauft, entscheidet sich früher oder später zwischen zwei Materialien: Glas oder Hohlkammerplatten (HKP). Die Suchanfragen „Gewächshaus Glas klein“, „Gewächshaus winterfest“ und „Gewächshaus Clips für Luftpolsterfolie“ zeigen, dass es dabei selten um Optik allein geht. Die meisten wollen wissen: Was hält länger, was dämmt besser, was übersteht Hagel – und wie bekomme ich mein Gewächshaus durch den Winter?

Gleich vorweg eine wichtige Einordnung für unser Sortiment: Von den zehn Modellen in unserem Gewächshaus-Vergleich 2026 hat nur ein einziges Glas – das Vitavia Fokus 3250. In der Ausführung, die wir verlinken, sind dort die Seitenwände aus 3 mm Einscheibensicherheitsglas (ESG); das Dach besteht laut Vitavia bei allen Fokus-Modellen aus 6 mm Hohlkammerplatten. Das Fokus gibt es auch komplett mit 6 mm HKP; achten Sie beim Kauf auf die Variante. Alle anderen Modelle haben Hohlkammerplatten aus Polycarbonat oder, beim Bio Green Patioflora 100, eine PE-Gitterfolie. Wir haben die Gewächshäuser nicht selbst aufgebaut; unsere Angaben stammen von den Herstellern, aus den Produktbeschreibungen bei Amazon und aus den unten verlinkten Ratgebern.

Die Glasarten: Blankglas, ESG, VSG

Glas ist nicht gleich Glas. Für Gewächshäuser kommen vor allem drei Varianten in Frage:

  • Blankglas (Gartenblankglas): einfaches, nicht vorgespanntes Glas. Es ist günstig, zerbricht aber in scharfkantige Scherben. Hausjournal weist darauf hin, dass bei Glasbruch gefährliche Scherben entstehen, weshalb Sicherheitsglas empfohlen wird.
  • ESG (Einscheibensicherheitsglas): thermisch vorgespanntes Glas. Der Gewächshaushersteller Hoklartherm beschreibt es als deutlich zäher gegen Schlag und Temperaturwechsel; beim Bruch zerfällt es in kleine, stumpfkantige Körner. ESG ist bruchfester und widersteht Hagel besser als normales Glas – absolut bruch- und hagelsicher ist aber auch ESG nicht. Fertiges ESG lässt sich nicht mehr zuschneiden.
  • VSG (Verbundsicherheitsglas): zwei oder mehr Scheiben mit einer reißfesten Folie dazwischen. Bei Bruch bleibt die Scheibe im Verbund hängen. VSG ist schwerer und bei Gewächshäusern eher in Bereichen mit Absturz- oder Einbruchsrisiko üblich.

Wer Kinder im Garten hat oder Bäume in der Nähe, sollte bei Glas immer zu ESG greifen. Genau das bietet das Vitavia Fokus 3250 an den Seiten.

Hohlkammerplatten: was die Millimeter bedeuten

Hohlkammerplatten (auch Stegplatten) bestehen meist aus Polycarbonat und haben zwischen zwei Außenwänden Stege, die Luftkammern bilden. Gartenjournal schreibt, sie böten durch ihre Luftkammern eine gute Wärmedämmung. Je dicker die Platte, desto größer das Luftpolster.

In unserem Sortiment finden Sie diese Stärken:

ModellVerglasung laut Hersteller bzw. Amazon-Beschreibung
Vitavia Fokus 3250Seiten 3 mm ESG, Dach 6 mm HKP
BRAST Alu-Gewächshaus 490 x 250 cm6 mm HKP
Zelsius Alu-Gewächshaus 250 x 190 cm6 mm HKP
GARMIO Neapel 250 x 190 cmPlattenstärke in der Amazon-Beschreibung nicht angegeben
Gardebruk Alu-Gewächshaus 250 x 190 cm4 mm HKP
Outsunny Alu-Gewächshaus 190 x 132 cm4 mm Polycarbonatplatten
JUWEL Frühbeet Biostar 15008 mm HKP
JUWEL Thermo-Frühbeet 2004 mm HKP
Bio Green Patioflora 100PE-Gitterfolie
BRAST 2in1 Hochbeet mit Aufsatz4 mm HKP

Unsere Einschätzung als grobe Orientierung:

  • 4 mm genügen für die Saison von Frühjahr bis Herbst und für Frühbeete.
  • 6 mm sind bei begehbaren Gewächshäusern die sinnvolle Mindeststärke, wenn Sie im Winter Kübelpflanzen unterbringen wollen.
  • 8 mm und mehr dämmen spürbar besser; JUWEL nutzt sie beim Biostar 1500 und gibt 10 Jahre UV-Garantie darauf.

Glas und Hohlkammerplatten im direkten Vergleich

Hoklartherm, das Gewächshäuser mit beiden Verglasungen herstellt, betont, es gebe keine generelle Regel, welches Material das bessere sei. Hilfreich sind die Kriterien, die der Hersteller nennt: Lichtdurchlässigkeit, Bruchsicherheit, Wetterbeständigkeit, Gewicht, Isolierung, UV-Beständigkeit, Pflegeaufwand, Lebensdauer und Preis. Hausjournal liefert dazu konkrete Richtwerte:

KriteriumGlasHohlkammerplatten
Lichtdurchlässigkeitca. 85–90 %ca. 80–85 %
Wärmedämmunggeringerdeutlich besser
Gewichtschwer, braucht stabilen Rahmendeutlich leichter
BruchScherbengefahr, daher ESG empfohlenkeine gefährlichen Scherben
Hagel, Äste, Sturmhöheres Bruchrisikowiderstandsfähiger
Alterungkratzfest, vergilbt nichtkann vergilben und spröde werden (UV-Schutz wichtig)
Fundamentstabiles Fundament nötigoft kein schweres Fundament nötig
Preistendenziell teurermeist günstiger

Zwei Punkte verdienen einen genaueren Blick:

Licht. Der Unterschied von wenigen Prozentpunkten klingt klein. Im Sommer, wenn Licht im Überfluss vorhanden ist, spielt er kaum eine Rolle. Im Winterhalbjahr, wenn Licht knapp ist, hat Glas einen leichten Vorteil. Hoklartherm rät, die Kriterien besonders beim Dach zu prüfen, weil es hauptverantwortlich für die Lichtverhältnisse ist.

Kondenswasser. In den Kammern von Hohlkammerplatten kann Kondensat beschlagen, warnt Hoklartherm; bei falscher Montage drohen sogar Algen. Deshalb ist bei HKP-Gewächshäusern gute Lüftung besonders wichtig,, und die Platten sollten genau nach Aufbauanleitung eingesetzt werden.

Mischverglasung: Glas an den Seiten, Platten auf dem Dach

Die Kombination, die das Vitavia Fokus 3250 nutzt, ist kein Zufall. Seitlich bringt Glas klare Durchsicht und eine hochwertige Optik. Auf dem Dach, wo Hagel und herabfallende Äste aufschlagen und Schnee liegt, sind leichte, bruchsichere Hohlkammerplatten im Vorteil. Auch Hoklartherm nennt die Mischverglasung als Option. Für viele Gartenbesitzer ist das ein guter Kompromiss: das Glashaus-Gefühl, ohne das Risiko eines Glasdachs.

Winterfest machen: Luftpolsterfolie mit Clips

Egal ob Glas oder Platten: Wer im Winter Kübelpflanzen im Gewächshaus überwintern will, braucht zusätzliche Dämmung. Bei Glas ist sie wichtiger, weil eine 3-mm-Scheibe kaum isoliert; bei 4-mm-Platten bringt sie ebenfalls viel.

Die Folie. sanier.de empfiehlt dreilagige Luftpolsterfolie, bei der die Noppen zwischen zwei UV-stabilen Folienschichten liegen. Gartenjournal rät zu mindestens 80 Mikrometern Stärke. Sie sollte die gesamte Glas- bzw. Plattenfläche bedecken.

Die Clips. Laut sanier.de wird die Folie oben in den Ecken eingeklemmt; danach folgt etwa alle 40 bis 50 cm ein Folienhalter, der mit Silikonkleber fixiert werden sollte. Gartenjournal beschreibt Halter aus Metallstiften, die mit Saugnäpfen oder Kleber an den Scheiben sitzen. Bei Klebeband gilt: nur UV- und witterungsbeständiges.

Innen oder außen? Innen ist die Regel. Außen montiert verhindert die Folie laut Gartenjournal zwar Kondenswasser zwischen Folie und Scheibe und reduziert Algen, ist aber Witterungsschäden stärker ausgesetzt.

Heizen. Folie hält Wärme, sie erzeugt keine. sanier.de nennt 5 °C als kritische Grenze, bei der ein Frostwächter die Heizung einschalten sollte, und für Flächen bis 10 m² Geräte mit 500 bis 1.000 Watt.

Lüften nicht vergessen. Gerade bei Hohlkammerplatten ist gute Be- und Entlüftung wichtig, damit sich kein Kondensat staut. Nutzen Sie milde, sonnige Wintertage, um kurz Tür oder Fenster zu öffnen.

Empfehlungen nach Verglasung

Vitavia Fokus 3250
Vitavia Fokus 3250 — preis ansehen

Das einzige Modell mit Glas in unserem Sortiment: Seiten aus 3 mm ESG, Dach aus 6 mm Hohlkammerplatten, Pultdach, Stahlfundament und laut Vitavia 15 Jahre Garantie auf Konstruktion und Rahmen.

Zelsius Alu-Gewächshaus 250 x 190 cm (6 mm)
Zelsius Alu-Gewächshaus 250 x 190 cm (6 mm) — preis ansehen

Rundum 6 mm Hohlkammerplatten, laut Amazon-Beschreibung temperaturbeständig von -25 °C bis +60 °C und ballwurfsicher, mit verzinktem Stahlfundament. Bei Amazon 4,0 Sterne aus 1.873 Bewertungen.

Ausführlich: Zelsius Alu-Gewächshaus 250 x 190 cm: Bewertung. Ebenfalls mit 6 mm Platten, aber auf 12,25 m²: das BRAST Alu-Gewächshaus 490 x 250 cm.

JUWEL Frühbeet Biostar 1500
JUWEL Frühbeet Biostar 1500 — preis ansehen

Die dickste Verglasung im Sortiment: 8 mm Hohlkammerplatten mit No-Drip-Beschichtung gegen Tropfwasser und 10 Jahren UV-Garantie, dazu ein Fensterautomat.

Mit nur 4 mm Platten arbeiten das Outsunny Alu-Gewächshaus 190 x 132 cm und das JUWEL Thermo-Frühbeet 200 – für die Saison völlig ausreichend, für das Überwintern sollten Sie mit Luftpolsterfolie nachrüsten. Das Bio Green Patioflora 100 hat statt Platten eine Folienhülle; hier bietet der Hersteller eine passende Isolierhülle an.

Fazit

Glas ist die klare, langlebige und kratzfeste Lösung, aber schwer, teurer und eine schlechte Dämmung. Wenn Glas, dann ESG – und am besten an den Seiten, nicht auf dem Dach. Hohlkammerplatten sind leichter, bruchsicherer und dämmen besser; für Gewächshäuser, die auch im Winter genutzt werden, sind 6 mm eine gute Untergrenze. In unserem Sortiment ist das Vitavia Fokus 3250 das einzige Modell mit Glas. Wer vor allem Wert auf Wintertauglichkeit legt, ist mit 6 oder 8 mm Platten, UV-stabiler Luftpolsterfolie mit Clips und einem Frostwächter am besten bedient.

Quellen

Häufige Fragen

Was ist besser fürs Gewächshaus: Glas oder Hohlkammerplatten?

Es gibt keine pauschale Antwort. Glas lässt etwas mehr Licht durch, ist kratzfest und langlebig, aber schwer und dämmt schlechter. Hohlkammerplatten dämmen besser, sind leichter und bruchsicherer, können aber mit der Zeit vergilben. Für das Überwintern sind Hohlkammerplatten meist die praktischere Wahl.

Was ist der Unterschied zwischen ESG und normalem Glas?

ESG (Einscheibensicherheitsglas) ist thermisch vorgespannt. Es ist bruchfester, widersteht Hagel besser als normales Glas und zerfällt beim Bruch in kleine, stumpfe Körner statt in scharfe Scherben. Absolut bruch- und hagelsicher ist aber auch ESG nicht.

Welches Gewächshaus aus Ihrem Vergleich hat Glas?

Nur das Vitavia Fokus 3250: In der Ausführung dieses Angebots sind die Seitenwände aus 3 mm ESG, das Dach aus 6 mm Hohlkammerplatten. Alle anderen Modelle haben Hohlkammerplatten oder, beim Bio Green Patioflora 100, eine PE-Gitterfolie.

Wie befestige ich Luftpolsterfolie im Gewächshaus?

Mit Folienhaltern, oft Clips genannt. Laut sanier.de wird die Folie oben in den Ecken eingeklemmt, dann folgt etwa alle 40 bis 50 cm ein Halter, der mit Silikonkleber fixiert wird. Die Folie sollte dreilagig und UV-stabil sein.

Wird ein Gewächshaus mit 6 mm Hohlkammerplatten frostfrei?

Ohne Heizung nicht zuverlässig. Die Platten halten Tageswärme länger als Glas, in klaren Frostnächten sinkt die Temperatur aber trotzdem unter null. Für frostempfindliche Pflanzen braucht es zusätzlich Dämmung und einen Frostwächter, der um 5 °C einschaltet.